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Ziel: Wohlfühlgewicht oder wie ich alte Gewohnheiten überliste

Nun reicht es mir! Vor einigen Tagen habe ich unsere Koffer mit der Sommerkleidung aus dem Keller geholt. Passend zum schönen Wetter wollte ich meine Frühlingsgefühle ausleben mit kurzärmligen T-Shirts, Badeanzug und bunten Röcken.

Und dann kam mein Superfrust:

Meine Lieblingshose kneift nicht nur - ich sehe aus, wie - nein, das erspare ich Ihnen. Kurz und gut - mein eigener Anblick im Spiegel war wenig prickelnd. Da rächen sich meine Jeans, die immer etwas zu weit sitzen, weil ich kneifende Hosenbunde nicht leiden kann.

Das schlimme ist, dass ich bis zum Sommer vergangenen Jahres immer etwas mitleidig auf die Menschen schaute, die Diäten machen müssen und mit ihrem Gewicht kämpfen. Ich doch nicht. Ich renne “locker-flockig” 20 Kilometer mehr in der Woche und gut ist es. Dachte ich. So kann man sich täuschen…ätsch, jetzt hat es mich auch erwischt.

Des Rätsels Lösung ist simpel:

Ich habe die magische Marke von 40 Jahren überschritten. Glaube ich meinem Frauenarzt, mutiere ich nun automatisch zur Matrone. Das bin ich natürlich selbst schuld, weil ich mich falsch ernähre, sagt er. Als wir meine Essgewohnheiten besprochen haben, viel ihm keine Verbesserung ein. Außer der Spruch:

“Entweder, Sie finden sich mit mehr Pfunden ab, oder Sie hungern von jetzt an!”

Und das ist so ziemlich das letzte, was ich will. Ich kann nicht hungern. Mein Magen knurrt so laut, dass ich nicht telefonieren kann, geschweige denn ein Gespräch mit einem Kunden führen. Vor meinen inneren Augen türmen sich Berge von Leckereien, ich denke nur noch an Essen. Das einzige, was mich davon abhält zu viel zu essen ist essen. Paradox, aber wahr.

Eine Apothekerin war noch einfallsreicher. Sie bot mir Appetitzügler an. Rein natürlich- mit den Worten:

Das ist der einzige Weg, wie Sie Ihr Ziel erreichen können!?

Zugegeben - ich hatte es ja schon geahnt. Im vergangenen Sommer bin ich 1-2 mal in der Woche in unser wunderschönes Freibad gegangen, das ab 6 Uhr geöffnet hat. Und da fing es an, dass ich Rundungen an meinem Körper bemerkte, die ich vorher nicht gefühlt habe. Da blieb ich noch ruhig und dachte, mit mehr Sport, Obst und Gemüse (Bierchen weglassen…) klappt das wieder.

Ich hatte mir ein Buch zu dem Thema gekauft.

Es handelt davon, warum Frauen über 40 viel leichter dick werden und wie sie das verhindern können. Ich verstand, dass Frauen nicht plötzlich mehr essen, sondern weniger Kalorien benötigen. Die weiblichen Mitglieder meiner Familie sind sehr kräftig geworden. Da sie jedoch nie - so wie ich - regelmäßig Sport getrieben haben, wähnte ich mich auf der sicheren Seite.

Ich erinnere mich noch an den “Sport” meiner Großmutter. Wenn ich bei ihr schlafen durfte, sind wir Morgens Fahrrad gefahren: Wir lagen im Bett auf dem Rücken und bewegten unsere Beine in der Luft - wie auf dem Rad.

Meine sportliche Betätigung hielt sich in diesem Winter in Grenzen. Die Achillessehnenentzündung und eine ewig lange Erkältung zwangen mich zur Schonung. Und schwupps setzte sich noch mehr Fett auf den Hüften an. Ich habe mir Süßigkeiten abgewöhnt - aber Gulasch mit Klößen und Rotkraut - wunderbar. Oder Bratkartoffeln, Spaghetti Bolognese, Linsensuppe…deftige Sachen, die zum Winter passen.

Ich habe mir das Buch zum Idealgewicht über 40 zwar durchgelesen, aber wenig umgesetzt. Ich esse mehr Obst und Gemüse. Doch nach wie vor liebe ich frisches Brot - ganz besonders nach 20 Uhr - mit einem Glas Wein und Käse. Bevor ich also noch runder werde, nehme ich mein Ziel Wohlfühlgewicht in Angriff.

Ich werde Ihnen berichten, wie es mit meinem Plan weitergeht…

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