Mein Versuch, Zucchini diätgerecht nur in Brühe zu dünsten war nicht lecker. Die gemischte Rohkostplatte mit Frischkäse dagegen war prima. Ich entdecke neue Genüsse und habe mich nicht so vollgegessen gefühlt - mein frisches Baguette mit Käse habe ich nicht vermisst.
Überhaupt sind mir beim Einkaufen Lebensmittel aufgefallen, die ich ausprobieren werde. Es macht Spaß, Neues zu probieren.
Ich habe den Eindruck, dass ich ein paar “fette” Gewohnheiten leichter umstellen kann, als ich dachte. Das stimmt mich optimistisch, zumal ich nicht vorhabe, ab jetzt nur an Möhrchen zu knabbern.
Erschreckend, wie leicht sich meine unguten Gewohnheiten eingeschlichen haben.
Für mich war der Inbegriff von Gemütlichkeit, Abends spät frisches Brot mit Käse zu essen (manchmal öfter mit einem Glas Rotwein). Mir fällt auf, dass ich dieses Essen mit totaler Gemütlichkeit verbinde…
Es ist die Belohnung für einen anstrengenden, langen, arbeitsreichen…Tag!
Da eigentlich jeder Tag so ist (ich liebe meine Arbeit), gab es viele Gründe für eine Belohnung.
Früher habe ich eine Zigarette geraucht, um mich zu entspannen und zu belohnen. Jetzt habe ich mir eine andere Genussquelle gesucht. Das hatte ich nicht bewusst wahrgenommen. Da der Sport im Winter etwas zu kurz kam und ich mich weniger austoben konnte, suchte ich mir eine neue “Beschäftigung”.
Scheinbar gibt es keine Sache, von der wir nicht “abhängig” werden können.
Eine Freundin ging 2 mal pro Woche auf die Sonnenbank. Sie sah sehr gegerbt aus und sagte selbst: Das brauche ich einfach, auch wenn ich weiß, dass es schon zuviel ist! Es war ihre Belohnung nach einem langen Tag.
Eine andere Freundin hat Unmengen von Kleidung gekauft. Aus Geldmangel hat sie das meiste wieder umgetauscht. Sie bekam einen Adrenalinstoß, wenn sie an der Kasse stand, bezahlte und die Sachen mit nach Hause nahm.
Wir holen uns:
- Entspannung, Belohnung
- Aufregung, Erlebnis
- Soziales Miteinander
- Dazugehörigkeitsgefühle
- Kommunikation, usw.
Das Prinzip bei unguten Gewohnheiten oder “Süchten” ist dasselbe - wir füllen unsere Energiespeicher auf. Die Frage lautet:
Wie können wir Energie, Kraft und Freude finden, unsere Ziele verwirklichen, ohne Gewohnheiten, die uns hindern und stören?
Wenn wir wenig Zeit haben, suchen wir uns “Instant” Möglichkeiten der Entspannung. Schnell und unkompliziert. Leicht verdaulich. Ich begreife plötzlich, dass es bei meinem Körpergewicht weniger darum geht, Kalorien zu reduzieren.
Es geht darum, so zu leben, dass ich alles habe, was ich brauche.
Wenn Sie manche Gewohnheiten stören, fragen Sie sich: Was brauche ich stattdessen? So kommen Sie an Ihr Ziel.
Ich nutze das Projekt Wohlfühlgewicht als persönliche Reflektion. Was ist es, dass mich glücklich und zufrieden macht?
Ich war der Meinung, Sport ist ausreichend. Vielleicht brauche ich noch etwas anderes. Deshalb habe ich vor ein paar Wochen mit einer speziellen Form von Yoga angefangen. Es fordert in besonderer Weise meine Konzentration und meine Koordinationsfähigkeit.
Erst war ich frustriert, weil es nicht so schnell klappte, wie ich dachte. Und das, obwohl es mir viel Spaß macht und immer besser klappt. Es beruhigt mich und ist “meine Zeit” vor dem Beginn des Arbeitstages.
Erst, seit ich mein schlechtes Gewissen und meine Vorwürfe “entsorgt” habe, kann ich entspannt an meine Übungen gehen. Wenn ich an einen Tag keine Lust oder (angeblich…) keine Zeit habe, dann ist das für mich in Ordnung. Interessanterweise habe ich häufig am darauffolgenden Tag ein paar Minuten länger gemacht, weil es mir soviel Spaß machte.
Ein Teil des Erfolgsgeheimnis ist also, ungute Gewohnheiten von den angenehmen Gefühlen zu entkoppeln. Dann bin ich einen großen Schritt weiter. Und ich muss ja nicht jeden Abend Rohkost knabbern…
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