Wahrnehmung entsteht in unserem Gehirn. Nicht unsere Augen, Ohren oder unsere Nase, sondern Nervenreize lösen im Gehirn Prozesse aus. Diese Prozesse sind in jedem Gehirn anders - je nach Erfahrungen, Gefühlen, Umwelteinflüssen, Prägungen und genetischen Mustern.
Was wir als Wirklichkeit wahrnehmen, ist das Ergebnis von neuronalen Interaktionsprozessen, die das Gehirn in unser Bewusstsein holt. Wir haben Gedanken und sprechen diese aus. Sprache schafft also Wirklichkeit.
Wir alle sind ein Produkt unserer Geschichte und unserer Erfahrungen. Unser Gehirn denkt in den immer gleichen Mustern. So gestalten wir Wirklichkeit.
Eine kleine Geschichte soll das verdeutlichen:
Es war einmal ein Mann in den USA. Er wohnte an einer stark befahrenen Transitstrasse und verdiente sein Geld mit dem Verkauf von Hot Dogs am Strassenrand. Er hörte nie Radio, weil seine Ohren schlecht waren. Er las nie Zeitung, weil seine Augen nicht gut sahen.
Seine Hot Dogs waren jedoch sehr gut. Er stellte Schilder an die Strasse und rief. “Ein Hot Dog gefällig ?” Und immer mehr Leute kamen zu ihm. Er kaufte mehr Würstchen und Brötchen und einen grösseren Ofen. Schliesslich brauchte er Unterstützung und holte seinen Sohn von der Universität.
Der sagte: “Vater, hast du kein Radio gehört oder Zeitung gelesen? Wir haben eine Rezession! In Europa ist es schlimm. Bei uns ist es noch übler. Alle haben Angst.”
Der Vater dachte: “Mein Sohn hat studiert. Er liest Zeitung und hört Radio. Er wird es wissen.”
Er bestellte weniger Würstchen und Brötchen, nahm die Reklameschilder weg und stellte sich nicht mehr an die Strasse, um seine Hot Dogs anzupreisen. In kurzer Zeit waren seine Umsätze schlecht.
“Du hast recht mein Junge”, sagte der Vater zum Sohn, “wir befinden uns
wirklich in einer gewaltigen Rezession.”
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