Krankenhäuser sind kein Ort, an dem man sich besonders gern aufhält. Vor Jahren habe ich einen Freund, der einen Unfall hatte, häufig besucht. Die Zeit des Wartens habe ich mir verkürzt, indem ich die Menschen auf den Stationen beobachtete.
Dort lagen Kranke mit komplizierten Knochenbrüchen. Viele ältere Menschen, die sich schnell wieder bewegen sollten, weil dadurch der Heilungsprozess angeregt und Thrombosen verhindert wurden.
Anscheinend hatte niemand das Ziel, wieder gesund zu werden…
Die meisten Patienten waren nicht besonders erpicht, die Übungen mit den Therapeuten durchzuführen. Einige weigerten sich schlichtweg aufzustehen.
Mein Freund war froh, dass er trotz schlimmer Verletzungen, an seinem Heilungsprozess mitwirken konnte. Er freute sich auf den Physiotherapeuten namens Max und wollte danach immer noch weiter üben. Ich war neugierig, und fragte Max, wie es kommt, dass Patienten so unterschiedlich sind und wie er es schafft, sie zu motivieren.
“Weshalb bist Du motiviert für Deine Ziele?”
fragte er und erklärte mir, dass das Hauptproblem vieler Patienten die eigene Motivation sei. Soweit konnte ich ihm folgen.
“Motivation”, sagte er, “besteht aus drei Eckpfeilern: Einmal, aus dem Wissen, was ich tun muss und wie es sich auswirkt. Dann aus der Überzeugung, dass ich es schaffen kann. Und zu guter Letzt muss ich einen Grund haben, der für mich wirklich wichtig ist.”
“Selbstvertrauen, Kenntnisse und ein guter Grund sind Motivation?”
fragte ich.”
“So in etwa”, antwortete Max. “Ich gebe Dir mal ein Beispiel:
Ich hatte eine Patientin, die nach einer Hüftoperation kaum laufen konnte. Sie wollte ihre Übungen nicht machen und saß nach kurzer Zeit im Rollstuhl, den ihr Mann schob. Zu Hause bewegte sie sich nicht und ich sah wenig Möglichkeiten, ihr zu helfen.
Eines Tages lief sie in meine Praxis. Sie erzählte aufgeregt, dass ihr Mann erkrankt sei und nicht mehr den Rollstuhl schieben darf. Er war jetzt auf ihre Hilfe angewiesen. Das hatte sie so motiviert, dass sie mit ihren Übungen begann. Für sie war die Sorge um ihren Mann der Auslöser, sich zu motivieren.”
Einen anderen Patienten plagte Übergewicht. Er musste unbedingt Sport machen, damit sich seine gesamte körperliche Situation verbesserte. Wann immer er in die Praxis kam stellte Max fest, dass er nicht trainiert hatte.
Die Gespräche ergaben, dass der Patient Angst hatte bei seinen Übungen hinzufallen oder sich zu überanstrengen. In seiner Familie gab es bereits Herzinfarkte, das hat ihn stark verunsichert.
Sie erstellten gemeinsam einen Übungsplan den sie zusammen probeweise übten. Danach absolvierte der Mann sein Pensum. Mehr noch, er ging regelmäßig zur vorgeschlagenen Wassergymnastik, weil er dort am wenigsten Angst und am meisten Spaß hatte.
Wie also können Sie sich in zwei Minuten zielsicher selbst motivieren?
- Finden Sie so viele Gründe wie möglich für Ihre Motivation und schreiben Sie diese alle einzeln auf.
- Verstärken Sie Ihre Motivation, indem Sie ein Ziel formulieren und einen konkreten Plan entwerfen - schriftlich.
Sie können sich folgende Fragen stellen:
- Weiß ich, was ich tun muss, um mein Ziel zu erreichen?
- Welche Fähigkeiten kann ich mir noch aneignen?
- Wie haben andere Menschen dieses Ziel erreicht?
- Wie fühlt es sich an, dieses Ziel zu erreichen?
Bedenken Sie: Es sind Ihre persönlichen Gründe für Motivation - nicht die von Freunden oder Familie oder weil “man” das so tun sollte. Finden Sie die “Motivations-Power-Turbo-Booster”, die für Sie am besten wirken und schreiben Sie diese auf. Verstärken Sie Ihre Gründe durch Bilder, zum Beispiel Fotos oder hängen Sie Ihre Gründe auf.
Das wichtigste ist: Jeden Tag einen kleinen Schritt vorwärts in Richtung des eigenen Ziel zu gehen.
Oder, wie Max gesagt hat:
An jedem Tag 3 Übungen, die man jeweils 10 Minuten macht, sind in einem Jahr 10.950 Minuten.
PS: Und zur Unterstützung der “Motivations-Power-Turbo-Booster”.
Kommentare und Meinungen zum Beitrag
Kommentar schreiben