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Was tun, wenn ich mich festgefahren habe und total blockiert bin?

Im Englischen existiert der Begriff Stuck State für einen Zustand, in dem ein Mensch wie blockiert ist und keinen klaren Gedanken fassen kann. Stuck bedeutet festgefahren, hängen bleiben, stecken bleiben. Wenn ich einen solchen Zustand habe, dann fühle ich mich wie festgeklebt - eben ein Klebezustand.

Immer, wenn ich ein Ziel, oder einen Vorsatz verwirklichen will, muss ich bestimmte Hindernisse überwinden.

Wenn ich mich darauf konzentriere, dass mir noch Dinge fehlen wie Wissen, Geld oder andere Ressourcen, dann fühle ich mich nicht in der Lage, auf mein Ziel aktiv zuzugehen. Schlimmer noch, ich entwickle Gefühle wie Schuld, Ärger und Frustration - und mache die Sache nur noch schlimmer. Meine unguten Gefühle helfen mir nicht dabei, aus meinem Klebezustand herauszukommen, weil sie ihn noch verstärken.

Was Sie in Ihrem Leben nicht erzielen können, ist fast immer verbunden mit einem Blockade-Zustand.

Ich spüre diesen Zustand ganz besonders, wenn ich einen bestimmten Text schreiben will, das Thema festgelegt habe und meine Gedanken einfach nicht ordnen und konzentrieren kann. Ich gehe vor und zurück, fühle mich wie ein Tiger im Käfig, ringe nach Worten und schaue ständig auf die Uhr - der Text soll schließlich fertig werden!

Doch woran liegt das?

Als Kinder haben wir immer wieder versucht etwas zu erreichen - und sind genauso häufig gescheitert. Das Problem war weniger das Scheitern an sich, die Frage war, wie wir mit dem Scheitern umgegangen sind. Und dieser Umgang mit anfänglichem Versagen wurde natürlich durch unsere Eltern geprägt. (Wie die Geschichte des kleinen Jungen, der Fahrrad fahren lernt…)

Ist das Scheitern etwas Schreckliches und Unverzeihliches gewesen, dann haben Sie vielleicht ein inneres STOP Schild aufgebaut, dass Ihnen immer wieder begegnet, wenn Sie etwas Neues lernen wollen.

Wenn unsere Versuche als das angesehen wurden, was sie waren - erste Schritte auf einem Weg, bei dem wir nur gewinnen konnten - dann ist Scheitern kein Problem, sondern eine Begleiterscheinung, wenn Sie Ziele verwirklichen wollen.

Wenn wir blockiert sind, schieben wir Dinge, die uns zum Ziel führen, auf.

Stellen Sie sich vor, Sie müssen einen unangenehmen Telefonanruf machen. Einerseits wollen Sie die Aufgabe schnell vom Tisch haben, andererseits malen Sie sich aus, wie furchtbar das Ergebnis sein könnte. Sie sagen sich zum Beispiel: “Ich kann das schnell erledigen, aber was mache ich, wenn mein Kunde den Auftrag kündigt?” Letztlich schieben Sie die Aufgabe immer weiter vor sich her.

Ähnliches erlebe ich in unseren Powercoachings, in denen es um Blockaden oder Ängste bei Kundentelefonaten geht. Bei einem Klienten war es besonders schlimm. Er wollte ein Produkt am Telefon verkaufen und landete immer wieder in seinem Klebezustand. Wir fanden heraus, dass er dachte, das Produkt sei schlecht und hatte Angst vor den Folgen.

Immer, wenn wir einen Traum oder ein Ziel aufschieben, fühlen wir uns innerlich hin- und hergerissen.

Wir wollen erfolgreich unsere Wünsche erreichen, doch wir wollen die Mühe, Zeit und Frustrationen, die es kosten wird, nicht auf uns nehmen. Anstatt aktiv zu werden und uns zu überlegen, wie erste Schritte oder ein Plan aussehen können, flüchten wir uns in Befürchtungen und unangenehme Gefühle. Wir malen uns theoretisch ein für und wider aus, anstatt praktisch in kleinen Schritten das Ziel anzusteuern.

Was können Sie in einem Blockade-Zustand tun?

Wenn ich vor meinem Text sitze und die Sätze zum x-ten Male korrigiere und lösche, dann hilft am Besten eines:

Ich entspanne mich.

Ich tue etwas ganz anderes. Für wenige Minuten mindestens. Auch wenn mein Verstand sagt: Du hast keine Zeit mehr, Du musst Dich beeilen. Mein Instinkt und mein Gefühl wissen häufig viel besser, was gut für mich ist.

Ein paar Minuten aus dem Fenster schauen, um den Block gehen, Yoga machen, Tee trinken, Kuchen essen, Möhren knabbern…die Ideen sind zahllos. Wenn ich dann zurückkehre, tue ich folgendes:

Ich konzentriere mich darauf, wie ich mein Ziel erreichen kann.

Wenn ich mir vorstelle, dass ich gar nicht schreiben kann, niemand mich lesen will, Menschen mich aus lachen,…dann kann ich keinen vernünftigen Satz formulieren. Wenn ich mir jedoch genau überlege, was ich schreiben will, wie die Kernaussage sein soll, was ich beim Leser damit erreichen will und wie ich das tun kann: habe ich nach kurzer Zeit viele Ideen, die ich umsetzen kann.

Eine weitere Möglichkeit lautet:

Stellen Sie sich vor, wie Sie sein müssten, um Ihre Ziele erreichen zu können.

Ich habe vor Jahren ein Buch von Patricia Highsmith gelesen, wie sie das Schreiben eines Thrillers plant. Akribisch und fast generalstabsmäßig, zu festgelegten Arbeitszeiten, jeden Tag. Sie hat so etwas wie mind-maps benutzt, sie hat Personen entwickelt, sie hat Etappen-Ziele festgelegt. Ich habe immer gedacht, ein Schriftsteller setzt sich hin und schreibt, wenn er Lust dazu hat.

Die Geschichten über Schriftsteller wie Hemingway oder Bukowski hatten mir ein Bild vermittelt, das nur teilweise stimmte. Ich korrigierte dieses Bild und gewöhnte mir an, täglich zu schreiben. Anfangs kamen mir 1000 Worte tägliches Schreibpensum viel vor. Doch mit der Übung viel es mir immer leichter. Heute schreibe ich oft weit mehr als 1000 Worte mit weit weniger Zeitaufwand und sie gehen mir leichter von der Hand.

Patricia Highsmith sei dank.

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