FluentLife - Wenn Sie mehr vom Leben wollen

Was ein Bänderriss und Tiefkühlerbsen mit meinen Zielen zu tun haben

Vor 3 Jahren hatte ich mir einen mehrfachen Bänderriss zugezogen. Wir lebten damals noch im Odenwald und sind regelmäßig mit unseren Mountainbikes durch die Wälder gefahren. In einer engen und steilen Kurve verlor ich die Kontrolle über mein Fahrrad. Mike rief noch: “Mach ganz langsam.”

So habe ich mich dann ganz langsam mit einem Fuß im Vorderrad verhakt und stürzte abwärts.

Nachdem ich aufgehört hatte zu schreien, war nun die Hauptfrage:

Wie kommen wir vom Berg runter und zu unserem Ziel, dem 15 Kilometer entfernten Krankenhaus - am Samstag?

Es half alles nichts, Mike konnte mich nicht tragen, der Weg war zu steil und eng, ich musste erst laufen humpeln und dann wieder rauf auf das Fahrrad. Beim Fahren entwickelte ich die “Ein-Bein-Technik”: ich versuchte so gut es ging das linke Bein zu entlasten und trat nur mit dem anderen Fuß in die Pedale während Mike erfolglos an mehreren Türen klingelte, um Hilfe zu holen.

Unser Ziel war ein Arzt oder wenigstens eine Mitfahrgelegenheit ins Krankenhaus.

Ich konnte beobachten, wie mein Fuß immer dicker wurde und der Schuh schon drückte. “Ich muss den Fuß unbedingt kühlen”, rief ich Mike zu. Die Rettung nahte in Form eines kleinen Supermarktes. Wir hielten an, ich setzte mich auf die Erde und Mike ging in den Laden.

Kurze Zeit später kam er mit einem Beutel Tiefkühl-Erbsen wieder. “Besser als gar nichts“, dachte ich. Während Mike uns noch etwas zu trinken holte, saß ich auf der Erde, zog meinen Schuh aus und versuchte mir den Beutel Erbsen auf die immer dicker werdende Stelle am Knöchel zu wickeln.

Während ich noch alleine dort saß, sprach mich ein Mann an und fragte mich, ob er mir helfen könne. Ich erzählte ihm kurz, was passiert war und er fuhr mich netterweise ins nächste Krankenhaus. Auf dem Weg dorthin erzählte er, dass er stutzig geworden war, als er im Supermarkt einen Mann in Fahrradkleidung sah, der nichts weiter kaufte als zwei Getränkedosen und einen Beutel Tiefkühlerbsen.

Draußen sah er dann, wie Mike mir die Erbsen gab und ich mir den Beutel um den Fuß wickelte. Ihm sei nämlich vor einiger Zeit ein ähnlicher Unfall passiert. Da hat er sich beim Metzger ein Steak besorgt, um den Fuß gebunden und sei damit zum nächsten Arzt gefahren. Und weil ihn Szene vor dem Supermarkt an seinen eigenen Unfall erinnerte, hat er mich angesprochen.

Weshalb ich Ihnen diese Geschichte erzähle?

Weil mir damals bewusst geworden ist, dass ich manchmal neue Wege gehen muss und kreative Ideen zulassen sollte, um an mein Ziel zu gelangen.

Hätte ich mir nicht den für diese Zwecke eher ungewöhnlichen Gemüsebeutel auf meinen Fuß gelegt, dann hätte sich mein Retter nicht an seinen eigenen Unfall erinnert und mich angesprochen…und wahrscheinlich wäre mein Bänderriss ohne die TK-Erbsen (und meinen freundlichen Fahrer) nicht so glimpflich ausgegangen.

Seite merken

Kommentare und Meinungen zum Beitrag

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden Ihres Kommentars willigen Sie ein, dass der angegebene Name, die angegebene E-Mail-Adresse und die IP-Adresse, die Ihrem Internetanschluss aktuell zugewiesen ist, von uns im Zusammenhang mit Ihrem Kommentar gespeichert werden. Die E-Mail-Adresse und die IP-Adresse werden natürlich nicht veröffentlicht oder sonst weitergegeben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kreativität für meine Ziele: Warum ich plötzlich fliegen kann

Ich hatte heute Nacht einen fürchterlichen Traum. Kennen Sie das? Sie träumen etwas und fragen sich währenddessen, ob Sie wach sind oder schlafen? So erging es mir letzte Nacht. Zum Glück ging mein Traum gut aus,...


Zielstrebig: Immer schön einen kühlen Kopf bewahren…

Mein Büro liegt im Dachgeschoss, ganz oben unter dem Dach. Ich schaue in die Pfälzer Berge und wenn ich meinen Kopf etwas drehe, sehe ich das geschichtsträchtige Hambacher Schloss…. Lichtdurchflutet und mit 4 (!) Fenstern -...


Haben Sie meine Beiträge vermisst?

Es ist ein wenig ruhiger geworden auf FluentLife in den vergangenen Wochen. Der Grund ist… …ein Projekt, dass wir mit TelefonArt durchgeführt haben und dass unsere komplette Aufmerksamkeit - und Nerven - gekostet hat. Und das trotz: Zielen, Teil-Zielen, klarer...


Ich gebe mir selbst die Erlaubnis…

Ich bin in einem Umfeld aufgewachsen, in dem es normal war, viel und hart zu arbeiten. Dagegen ist natürlich nichts einzuwenden. Problematisch wird es, wenn man die Grenzen der eigenen Leistungsfähigkeit nicht mehr beachtet. Ich...


Dem Aufschieben ein Ende bereiten, Ziele erreichen

Für jeden Menschen, der sagt: “To-Do-Listen funktionieren nicht” gibt es mindestens einen anderen, der das genaue Gegenteil behauptet. Ich kann nur für mich selbst sprechen und sage: Seit ich begonnen habe, meinen Tag mit nur wenigen...