Meine Großmutter sagte mir einmal: “Ich merke, dass ich älter werde, weil viele Menschen um mich herum sterben.” Damals - als kleines Kind - habe ich nicht verstanden, was sie meinte. Das ist heute anders…
Ich nehme zur Kenntnis, wie viele Menschen um mich herum sterben. Bekannte, Familienmitglieder, Prominente, Nachbarn. Natürlich weiß ich, dass es ein Teil des Kreislauf ist, der Leben heißt. Es gehört dazu, wie das Atmen. Doch es macht mich auch nachdenklich.
Ich frage mich: “Habe ich alles getan, um ein erfülltes, glückliches Leben zu führen? Habe ich Zeit vergeudet und hätte ich mehr tun können?”
Für viele Menschen bedeutet Glück beruflicher Erfolg, Geld und Status. Andere wiederum betrachten ihre Familie oder Kinder als ihr ganzes Glück. Wieder andere denken nicht darüber nach oder machen andere Menschen für ihr ganzes Glück - oder Unglück - verantwortlich.
Bedeutet Glück, alle Ziele im Leben zu erreichen?
Vor ein paar Tagen habe ich eine Sendung über Costa Rica gesehen. Costa Rica ist berühmt für seine fröhlichen Einwohner. Die Menschen tanzten in den Strassen, machten Musik, sangen und hatten Spaß. Und das, obwohl die wirtschaftliche Situation schwierig ist und viele Einwohner Mangel erleiden. Warum sind diese Menschen so fröhlich? (Nachlesbar auch bei Zeit online im Happy Planet Index.)
Auf meiner Suche nach einer Antwort bin ich auf ein Interview mit Hans Förstl gestoßen (Interview in der Süddeutschen Zeitung vom 8.11.2005).
Er antwortet auf die Frage, was Glück ist und wie man Glück herbeiführen kann unter anderem:
- Glück ist ein Zustand körperlichen und geistigen Wohlbefindens.
- Glück braucht Geduld und drückt sich auch durch Vorfreude auf etwas aus.
Menschen empfinden mehr Glück:
- wenn sie bescheidene Lebensansprüche haben,
- ihren Selbstwert nicht alleine in der Bestätigung durch andere Menschen suchen,
- innere Werte haben,
- ihre eigenen Vorgaben gut erfüllen können,
- von einer Idee überzeugt sind und die Chance haben, dieser Idee nachzugehen.
Glück hat damit zu tun, wie ich die Begebenheiten um mich herum bewerte.
Ich bin einmal gefragt worden: Siehst Du das Glas “halbvoll” oder “halbleer”?
Ich bemühe mich, es nach seinem Inhalt zu bewerten:
- Trinke ich Champagner (oder Rotwein), dann ist es halbvoll.
- Trinke ich bittere Medizin ist es (schon) halbleer.
Von meiner Bewertung hängt ab, ob ich ein Ereignis ganz furchtbar finde und mich ärgere oder ob ich es gelassen hinnehme. Es ist meine Wahrnehmung, ob ich eine nette Geste, ein Lächeln, ein liebes Wort sehe und es nutze, um ein bisschen fröhlicher zu sein.
Wie wird man garantiert unglücklich?
Vielleicht haben Sie auch schon einmal Menschen kennen gelernt, die alles schwierig, ätzend und furchtbar finden - ohne wirklich schlimme Lebensumstände. Dauerklagen als Lebenseinstellung vergrault die treuesten Freunde und macht auch nicht glücklich. Eigentlich hilft schon ein wenig Logik um zu wissen - so ist das Leben nicht.
Das Leben ist das, was ich darin sehen möchte - auch, wenn das “glücklich fühlen” zuweilen ein wenig Übung benötigt. Manchmal ist es schwieriger, Ziele zu verwirklichen oder scheint aussichtslos. Da hilft es, den eigenen Plan zu überarbeiten. Vielleicht findet sich noch ein anderer, ganz neuer Weg, den wir noch nicht gesehen haben.
Ich wünsche Ihnen und mir die Freude, nochmals hinzuschauen, die Lust, Neues zu entdecken und das Durchhaltevermögen, weiterzumachen. Und ganz viel Glück.
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