Dieser Monat ist ein guter Zeitpunkt sich an all die Vorsätze und Ziele, die Sie sich für das neue Jahr vorgenommen haben, noch einmal zu erinnern. Wollten Sie ein “Laster” aufgeben oder sich ein neues Verhalten angewöhnen? Und wenn ja, hatten Sie Erfolg mit Ihrem Vorhaben?
Die Top Ten der am häufigsten gefassten Vorsätze sieht so aus:
- Stress vermeiden und abbauen,
- mehr Zeit mit Familie und Freunden verbringen,
- mehr Sport und Bewegung,
- mehr Zeit für sich selbst,
- gesündere Ernährung,
- sparsamer sein,
- Abnehmen,
- weniger Fernsehen,
- weniger Alkohol trinken,
- das Rauchen aufgeben
Die meisten Vorsätze werden zu Beginn eines neuen Jahres gefasst. Das neue Jahr stellt symbolisch einen Neuanfang dar, den wir nutzen wollen, um unsere Ziele zu erreichen.
Viele Menschen schaffen es, einige Zeit ihre guten Vorsätze und neuen Ziele durchzuhalten.
Doch leider gelingt es nur wenigen Menschen, sich dauerhaft neue Verhaltensweisen anzueignen, weil die Umstellung schwer und langwierig ist.
Falls auch Sie zu dieser Gruppe gehören, finden Sie hier ein paar Tipps, die Ihnen das Durchhalten - oder einen neuen Anfang für Ihre Ziele - erleichtern sollen.
Warum ist es so schwer, Vorsätze und Ziele dauerhaft in die Tat umzusetzen?
Der Mensch folgt dem Freude-Schmerz-Prinzip.
Er versucht Freude zu erlangen und Schmerz zu vermeiden. Dieses Handlungsprinzip ist genetisch festgelegt und steuert unsere Motivation. Oft denken wir dabei eher an den kurzfristigen Lustgewinn, weil langfristige Folgen oder Schäden viel weniger präsent sind.
Ganz deutlich wird das bei den Angewohnheiten, die wir uns abgewöhnen wollen. Wir wissen, dass Zigaretten, zuviel Alkohol, Fast Food usw. langfristig gesehen schädlich sind. Doch oft ist die kurzfristige Entspannung oder der Spaß bzw. Genuss wichtiger.
Gewohnheiten sind wie ein Kompass im hektischen Alltag.
Sie helfen uns, ohne Aufwand zu entspannen, auszuruhen, sich zu belohnen und zu genießen. Der Alltag vieler Berufstätiger ist geprägt von Hektik und Stress. Da bleibt leider oft nur wenig oder keine Zeit, sich selbst etwas Gutes zu tun.
Viele Berufstätige können aufgrund Ihrer Arbeitszeiten nicht mit ihrem eigenen Rhythmus und Tempo im Einklang leben. Der Griff zur Zigarette oder zur Schokolade bietet die “Instant-Erholung-Belohnung-Streicheleinheit” in kurzer Zeit.
Resignation nach einem Rückfall führt oftmals zu einer Kettenreaktion.
Wenn wir uns zum Beispiel nicht perfekt an unseren Diätplan gehalten haben, denken wir: Jetzt ist es auch egal! Und essen statt eines Riegels Schokolade die ganze Tafel auf. Was mit einer harmlosen Abweichung vom eigenen Plan beginnt, endet darin, dass Sie das ganze Ziel in Frage stellen, weil Sie sich als kompletter Versager fühlen. Die eigenen Schuldgefühle, Angst oder Ärger sind ein Teufelskreis, aus dem Sie nur schwer wieder herauskommen.
Was könnten Lösungen aus diesem Dilemma für Sie sein?
Oftmals ist es bereits sehr hilfreich, sich die “Auslöser” für Freude und Schmerz bewusst zu machen.
Konkret heißt das - analysieren Sie, in welchen Situationen es Ihnen passiert, dass Sie Ihre Ziele aus den Augen verlieren. Wann wollen Sie besonders heftig in alte Gewohnheiten und Verhaltensmuster zurück verfallen? Was sind die Gefühle, die auftreten, bevor und während Sie “schwach” werden?
Greifen Sie zu Süßigkeiten, wenn eine unangenehme Sitzung bevorsteht oder zur Zigarette, wenn Sie verunsichert sind? Fühlen Sie sich in Gegenwart einer bestimmten Person unwohl und kauen an den Nägeln? Sind Sie traurig, wenn Sie andere Persönlichkeiten sehen, die das verkörpern (Aussehen, Figur, Erfolg), was Sie erreichten möchten und flüchten sich in stundenlanges Fernsehen?
Ich habe früher zu Chips gegriffen, wenn ich müde war und trotzdem wach bleiben wollte. In der Situation, war mir nicht bewusst, dass das der eigentliche Grund die Müdigkeit war. Manchmal ist es so, dass wir die Gefühle, die einer bestimmten Handlung zugrunde liegen, nicht wahrnehmen, weil wir nicht gelernt haben, darauf zu achten.
Wenn Sie Ihre persönlichen Auslöser enttarnen, unterstützt es Sie dabei, das ungewünschte Verhalten zu verändern. Vielleicht verschwindet es von selbst, oder Sie können Alternativen finden, um Ihr Ziel sicher zu erreichen.
Die Veränderung von Gewohnheiten braucht Zeit!
Viele unserer schlechten Angewohnheiten sind nicht nur Suchtmittel, wie zum Beispiel Zigaretten, sondern sie sind auch Belohnungen in allen Lebenslagen. Doch gerade die Verknüpfung von Belohnung und Gewohnheit macht es uns so schwer, unser Verhalten langfristig zu verändern.
Das funktioniert langfristig nur, wenn Sie auch Ihre Gewohnheiten verändern. Wenn Sie zum Beispiel zu Ihrer Tasse Kaffee unbedingt eine Zigarette benötigen, dann steigen Sie zeitweise auf den Genuss von Tee um und essen Sie einen Keks dazu.
Verändern Sie möglichst viele der Situationen, in denen Sie automatisch zur Zigarette gegriffen haben. Das gleiche gilt auch für bestimmte Essgewohnheiten. Verändern Sie Dinge und probieren Sie Neues. Das Entdecken neuer, gesunder Lebensmittel, das gemeinsame Kochen mit Freunden, das bewusste Schmecken ungewohnter Speisen kann ein toller Einstieg in ein Essverhalten sein, mit dem Sie sich wohl fühlen.
Machen Sie sich immer wieder bewusst, was Sie an dem gewünschten Ziel-Zustand erstrebenswert finden. In Bildern, mit Worten, schreiben Sie es auf, fühlen Sie sich in diesen neuen Zustand hinein.
Rückfälle auf dem Weg zu unseren Zielen sind in Ordnung, normal und nur eine kurze Episode
Gestatten Sie sich Rückfälle auf dem Weg zu Ihrem Ziel ganz bewusst, weil sie menschlich sind und zum Erfolg dazugehören. Sehen Sie die Fehler, die Ihnen passieren als etwas an, dass auf dem Weg zur Verwirklichung Ihrer Träume dazu gehört.
Wenn Sie sich zu sehr unter Druck setzen, kann das bereits den Misserfolg vorprogrammieren. Kalkulieren Sie ganz bewusst ein, dass kleinere Ausrutscher am Anfang normal sind.
Geben Sie sich die Zeit, die Ihr Körper und Ihr Geist benötigt, sich anders und neu zu orientieren. Stellen Sie realistische Anforderungen an sich selbst, weil Sie auch mit kleinen, regelmäßigen Schritten an Ihr Ziel kommen werden.
Viele Menschen formulieren Ziele, die in bestimmten Situationen gar nicht bewältigt werden können. Wenn Sie sich Weihnachten vornehmen, 5 kg abzunehmen, obwohl Sie traditionell von allen Verwandten zu Ihrem Lieblingsessen eingeladen werden, dann grenzt das schon fast an Selbstboykott. Nehmen Sie sich besser vor, Ihr Gewicht in dieser Zeit zu halten.
Der Druck verschwindet und damit auch die Gefühle, die das Scheitern schon fast herbeiführen: Schuldgefühle, Angst, Vorwürfe.
Alte Gewohnheiten zu verändern und neue Gewohnheiten in den eigenen Lebensstil zu integrieren, braucht Zeit. Doch wenn Sie jeden Tag die gewünschte Verhaltensänderung ein wenig üben und am Ball bleiben, dann werden Sie Ihr Ziel schneller erreichen, als Sie vielleicht glauben.
Die Komfortzone - Fluch oder Segen? 5 Tipps für den erfolgreichen Ausbruch » Selbstmanagement » Das Telefon-Tagebuch
[...] Die sanfte Methode, Ihre Vorsätze in die Tat umzusetzen. [...]