Als ich noch ein Kind war, liebte ich die Abenteuer von Huckleberry Finn. Es sind Geschichten von Mark Twain, in denen Menschen und Orte des Mississippi River beschrieben werden und die zur Zeit der Sklaverei spielen.
In den “Abenteuern von Huckleberry Finn” flieht er mit seinem Freund, dem entflohenen Sklaven Jim auf einem klapprigen Floß. Seine Erlebnisse waren so aufregend - und furchtbar gruselig. Er wurde verschleppt, sein Vater war ein Trinker, seine Mutter wird nicht erwähnt. Eine alte Witwe nahm ihn schließlich auf und sorgte für ihn. Das war für Huck nicht immer eine Freude - neben ausreichend Essen musste er sich “tsiwilisirt” benehmen und zur Schule gehen.
Doch Huck war fröhlich, wenn er tun konnte, was er tun wollte.
Er fand immer eine Lösung, er wusste immer eine Antwort und er grämte sich nie. Huck tat alles, was ich nicht durfte: “unordentlich” sprechen, spucken, raufen, Schule schwänzen, ausreißen.
Huck Finn verdanke ich mein erstes Abenteuer:
Wir bauten ein Floß und schipperten, nicht auf dem Mississippi, aber auf einem kleinen See in einem nahen Wald. Klar, jeder von uns Kindern fiel früher oder später in den Tümpel und bekam Ärger wegen der nassen Kleidung.
Doch das störte uns nicht. Wir hatten den Geist von Huck Finn verstanden:
“In ´nem Haus zu wohnen und in ´nem Bett zu schlafen, das gibt ´nen hübschen Sinn für Sauberkeit. Aber bevor die kalte Jahreszeit kam, brannt´ ich manchmal durch und schlief im Wald, und das war für mich immer ´ne Erholung.
Die alte Art war mir nun mal die liebste, aber schließlich gewöhne ich mich auch an die neue n´kleines bisschen. Die Witwe sagte, ich “mache mich” langsam aber sicher und würde mich ganz gut betragen. Sie sagte, sie brauchte sich wegen mir nicht mehr zu schämen.” Mark Twain
Huck Finn nahm sich das Recht und die Zeit, seine Träume, Sehnsüchte und Ziele auszuleben.
Er verfügt über einen immensen und imponierenden Einfallsreichtum, mit dem er Probleme und Schwierigkeiten meistert. Locker, leicht und witzig geht er durch den oftmals heiklen Alltag und verfügt über eine perfekte Lebensorganisation.
Alles nur erfunden, sagen Sie?
“Das Buch hat Mark Twain geschrieben und er hat die Wahrheit erzählt - fast. Es gibt Dinge, die er nicht so genau genommen hat, aber fast immer hat er die Wahrheit gesagt. Da ist nichts dabei. Ich hab´noch keinen gesehen, der nicht ab und zu gelogen hat, außer Tante Polly oder die Witwe oder vielleicht Mary.” Huck Finn
Wenn Sie Lust gefunden haben, sich von der unverschämt ansteckenden Lebenslust eines Kindes unterhalten und inspirieren zu lassen, blättern Sie doch einfach rein. Vielleicht ist es eine schöne Urlaubslektüre oder ein passendes Geschenk?
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