Haben Sie jemals eine Diät gemacht, oder versucht, Gewicht zu verlieren? Dann kennen Sie das Schokoladen Problem. Es kann auch das Gummibären, Chips oder Tortenproblem sein. Bei mir ist es das Käseproblem, vollfett natürlich. Ich meine den eigenen wunden Punkt, bei dem wir leicht schwach werden, wenn wir uns etwas vorgenommen haben…
Sie sparen Kalorien ein, wo es nur geht, Sie raffen sich auf zu sportlichen Aktivitäten und dann kommt das ganz persönliche Sabotage Monster.
Ohne jede Vorankündigung. Plötzlich liegt die Tafel Schokolade auf dem Tisch vor Ihnen. Jemand hat sie mitgebracht oder gefunden. Oder Sie haben sie beim Einkaufen unterbewusst eingepackt.
“Nur ein kleines Stückchen, dadurch geraten meine Ziele doch nicht ins Wanken,” denken Sie sich.
Das eine Stückchen ist sehr klein gewesen. Für den wirklichen Geschmack muss es noch ein Stück sein. Und bevor Sie sich versehen, ist die Tafel halb gegessen. Sie denken sich: “Nun ist es auch egal, da kann ich gleich die ganze Tafel aufessen.” Meistens tun Sie es dann auch.
Bei mir ist es, wie gesagt, Käse. Würziger, alter Rohmilchkäse oder cremiger Brie, mit frischem Brot - dafür lasse ich alles stehen. Häufig habe ich mehr genascht, als ich eigentlich wollte. Ich bin mir sicher, es gibt dafür eine wissenschaftliche Erklärung. Vielleicht, weil wir vor unseren Augen eine kleiner werdende Menge sehen. Plus, weil wir nicht mehr die Menge in Erinnerung haben, die wir bereits gegessen haben. Wir täuschen uns selbst.
Wir rechtfertigen uns innerlich, wenn wir unsere Vorsätze über Bord werfen.
- Wir wissen, dass der Verzehr der Kalorienbombe nicht zu unseren Vorsätzen passt.
- Wir rechtfertigen uns, indem wir nur eine kleine Menge zu uns nehmen wollen. (”Nur ein kleines Stückchen.”)
- Wir rechtfertigen den weiteren Genuss. (”Da konnte ich gar nichts richtig schmecken.”)
- Wenn wir eine kritische Menge überschritten haben (etwa die Hälfte), realisieren wir unser “Versagen” oder einen “Rückfall”.
- Wir sind frustriert und enttäuscht und essen den Rest auf. “Jetzt ist sowieso alles egal.”
Ähnliches gilt auch für Situationen, die nichts mit Essen zu tun haben. Bei mir gibt es folgenden Dialog, wenn ich mir etwas vorgenommen habe, aber keine Lust habe:
“Komm, Du wolltest noch Joggen gehen.”
“Ja, mache ich später.”
“Wenn Du es jetzt machst, dann hast Du es hinter Dir.”
“Bin aber noch satt vom Frühstück.”
“Nach zwei Stunden?”
“Außerdem sieht es nach Regen aus.”
“Es regnet dauernd.”
Das schlimmste ist, dass ich meine freie Zeit nicht wirklich genießen kann. Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich etwas nicht tue. Anstatt die Zeit (oder die Schokolade) zu genießen, denke ich an mein Versäumnis und quäle mich selbst.
Was können Sie für Ihre Motivation und Ihr Durchhalten tun?
Das Schokoladen-Prinzip plant Schwachstellen ein, rettet Ihre Vorsätze und Ziele und Ihr Selbstbild.
- Lernen Sie, in welchen Situationen Ihre Vorsätze schwer fallen.
Der Morgenmuffel, der um 6 Uhr Laufen will, verurteilt sich früher oder später zum Scheitern. Sie arbeiten gegen Ihre innere Uhr und Ihren Schweinehund an. Planen Sie Ihre neuen oder ungeliebten Aktivitäten so, dass es leicht fällt, sie einzuhalten. Wenn das nicht geht, planen Sie nicht die schwierigste und stressigste Zeit ein.
- Entwerfen Sie eine Alternative, die Sie bei Ihren Zielen unterstützt.
Fällt es Ihnen schwer, an bestimmten Lebensmitteln vorbeizugehen? Gestatten Sie sich diese Dinge ganz bewusst. Der Gedanke an erzwungenen Verzicht kann zu Widerstand führen. Bestimmen Sie vorher, wie viele Schokoladenriegel Sie täglich essen.
- Planen Sie Rückfälle auf dem Weg zum Ziel bewusst sein.
Wenn Sie Neues tun, klappt das selten sofort. Machen Sie sich klar, dass Sie eine Umstellungsphase benötigen. Rückfälle gehören dazu. Geben Sie Beschuldigungen und schlechtes Gewissen auf. Fragen Sie sich stattdessen (Punkt 1 und 2): Wie kann ich mich so organisieren, dass mir meine neue Gewohnheit leicht fällt? Wenden Sie den Blick auf unterstützende Maßnahmen, anstatt sich anzuklagen.
- Üben Sie, wie Sie sich in Krisensituationen zielsicher verhalten werden.
Was verleitet Sie, Ihre Vorsätze zu vergessen? Bei mir ist es Hunger, z.B. bei einer Dienstreise. Der Tag ist verplant mit Besprechungen und Abends plündere ich den Kühlschrank. Mittlerweile schneide ich Obst und fülle es in Dosen, das kann ich im Auto naschen, mache mir Brot und gebe es mit Fitnessriegeln und Wasser in meine Kühltasche. Bei einem Meeting packten plötzlich andere Teilnehmer ebenfalls ihre Brote aus - anstatt die bereitstehenden Kekse zu naschen!
- Sorgen Sie für sich!
Das Geheimnis lautet: Nutzen Sie Ihre Vorlieben und beziehen Sie diese in Ihre Ziele ein.
Wir richten unseren Blick auf das, was nicht funktioniert. Ändern Sie die Blickrichtung, um festzustellen, wann Sie erfolgreich sind. Häufig verhalten wir uns im Hinblick auf unsere Ziele nach Werten, die wir in unserer Kindheit gelernt haben. Ein spielerischer und unverkrampfter Umgang war nicht immer dabei.
Seien Sie freundlich und aufmunternd im Umgang mit sich und Sie werden mehr Motivation und Disziplin entfachen, als Sie sich träumen lassen.
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