Ich bin in dieser Woche nach jahrelanger “Abstinenz” einmal wieder zum Hausarzt gegangen. Ausgenommen von Routineuntersuchungen beim Zahnarzt und der Krebsvorsorge, hatte ich seit meinem Bänderriss keine Beschwerden.
Doch nach hartnäckig wiederkehrenden Erkältungen hat mich die Angst, Mike und meine Schlappheit überzeugt, mich gründlich untersuchen zu lassen. Außerdem haben wir gerade neue Projekt-Ziele geplant und die Arbeit ging mir nur schleppend von der Hand.
Mein Arzt hat zum Glück nichts gefunden und sich fast entschuldigt, dass er mir nicht einfach Tabletten verschreiben wolle. Er hatte auf einen hartnäckigen Virus getippt, doch das war es nicht. Ich war sehr froh, einen Arzt gefunden zu haben, der sich Mühe gibt und nicht einfach den Rezeptblock zückt.
Daraufhin erzählte ich ihm eine Begebenheit aus dem Wartezimmer. Eine ältere Frau kam herein und klagte, wie furchtbar schlecht es ihr geht, ihr tat der Bauch weh, das Herz, sie hatte schlecht geschlafen, Halsschmerzen und die Beine waren schwer.
“Ich muss sofort zum Doktor, der gibt mir bestimmt eine Pille, dass es mir wieder besser geht.”
Mein Arzt erwiderte:
“Das ist leider die Erwartungshaltung vieler Patienten. Ich soll eine Pille verschreiben und dann wird alles wieder gut.”
Er schilderte, dass viele Patienten lieber Tabletten schlucken, als ein einfaches Dampfbad bei einer Erkältung zu machen. “Da muss man einen Topf herausholen, Wasser erwärmen und schwitzt auch ein wenig…”.
Der nette, engagierte Arzt wirkte desillusioniert und ich nahm mir fest vor, bei der nächsten Erkältung meine Abneigung gegen Dampfbäder zu überwinden…
“Mein Ziel ist es, Kranke gesund zu machen, doch die meisten sind nicht bereit, ein wenig Zeit und Geld für ihre Gesundheit zu investieren - und vor der Türe steht ein nagelneues Auto.”
Unser Gespräch war ein guter Ansporn für mich. Denn natürlich hat er recht. Wir haben Wünsche, Vorsätze und Ziele im Leben und hoffen, dass sie irgendwann, über Nacht in Erfüllung gehen. Ohne Arbeit, ohne Anstrengung, wie von Zauberhand.
Häufig machen wir Umstände oder andere Menschen dafür verantwortlich, dass etwas nicht so funktioniert, wie wir es möchten. Doch die Dinge, die uns in den Schoß fallen, die machen doch eigentlich weniger Spaß, als dass, was wir wirklich erarbeitet haben, wofür wir uns anstrengen oder sogar kämpfen mussten.
In unseren Powercoachings stelle ich immer wieder fest, wie plötzlich aus frustrierten Mitarbeitern, engagierte und motivierte Menschen werden, die ihre Träume selbst in die Hand nehmen. Ein kleiner Anstoß reicht schon aus:
Diese Menschen formulieren plötzlich ihre Ziele, schmieden Pläne und finden Spaß daran, Vorsätze zu verwirklichen.
Vielleicht geht uns im Alltagstrott leicht verloren, dass es Freude macht, Neues zu probieren und sich selbst jeden Tag etwas zu beweisen.
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