Sie haben es geschafft, sich etwas an- oder abzugewöhnen, was Ihnen wirklich wichtig war. Sie haben aufgehört zu rauchen, gehen 3 mal in der Woche zum Laufen und essen nur noch am Wochenende ein Stück Schokolade oder Schweinsbraten, oder Buttercremetorte….
Sie spüren und sehen voller Stolz die ersten Ergebnisse auf dem Weg zu Ihren Zielen. Und dann kommt die Boykott-Katastrophe. Es passiert etwas, das Ihre neu gewonnen guten Gewohnheiten sabotiert, weil Sie nicht in der Lage sind, sich für einige Zeit daran zu halten.
- Sie sind krank und können einige Wochen keinen Sport mehr machen.
- Sie pflegen einen lieben Menschen und können sich vor lauter Stress nicht mehr an Ihre neuen Ernährungsgewohnheiten halten.
- Sie haben fürchterlich Angst davor, Ihren Arbeitsplatz zu verlieren und fangen wieder an zu rauchen.
Ihre Ziele, Träume und Wünsche scheinen komplett verloren zu sein.
Ihr erster Gedanke, wenn der schlimmste Stress für Sie vorüber ist, lautet:
“Jetzt hat es doch eh´alles keinen Sinn mehr! Dann kann ich auch so weitermachen wie vorher.”
STOP - Lesen Sie erst diesen Artikel zu Ende, bevor Sie entscheiden…
Es fühlt sich schlimm an, wenn Sie Ihre ganzen bisherigen Erfolge schwinden sehen. Und es ist schwierig, weil Sie nicht wissen, ob Sie es jemals wieder so weit schaffen, wie zuvor. Noch schwieriger ist der Frust, den Sie verspüren, weil Sie sich vielleicht als Versager fühlen.
Das ist eine schwierige Situation. Die gute Nachricht lautet: Sie können wieder dorthin kommen, wo Sie vor Ihren Schwierigkeiten waren. Oder Sie können noch weiter kommen und Sie sind in der Lage, aus dem Gedanken-Teufelskreis, indem Sie sich gerade befinden auszusteigen.
Strategie Nr. 1: Erlauben Sie sich traurig, frustriert, genervt, sauer….zu sein
Sagen Sie zu sich: “Es ist in Ordnung, dass ich mich jetzt frustriert fühle. Das heißt nicht, das es für immer so sein wird. Das geht vorbei.”
Geben Sie sich die Erlaubnis jetzt in dieser Zeit keinen Sport zu machen, zu rauchen oder bestimmte Dinge zu essen. Wenn Sie sich doch an Ihre ursprünglichen Ziele halten ist das in Ordnung. Doch es ist wichtig, dass Sie sich jetzt die Entlastung geben, es nicht tun zu müssen.
Je mehr Sie innerlich denken: “Das muss ich aber jetzt tun. Ich habe mir das vorgenommen. Das war mein erklärtes Ziel”, umso mehr Widerstand wird in Ihnen auftauchen. Und Sie wissen, Druck erzeugt Gegendruck und noch mehr Widerstand und so weiter. Kein guter Start, Ihre Ziele nochmals erfolgreich in Angriff zu nehmen.
Wenn Sie möchten, können Sie sich eine zeitliche Begrenzung für Ihre Erlaubnis geben. Sagen Sie sich zum Beispiel: Ich darf noch 4 Wochen lang nicht zum Lauftreff gehen. Ich darf in den kommenden 10 Tagen xxx essen.
Natürlich ist es besser, super-gesund zu essen, Sport zu machen, sich niemals aufzuregen, keinen Stress zu haben, keinen Alkohol oder Zigaretten zu konsumieren. Doch was helfen alle Verbote und Gebote? Wir wissen es, und tun es trotzdem. Es ist viel klüger, wenn Sie für sich selbst Verständnis zeigen UND an Ihren Zielen festhalten.
Strategie Nr. 2: Es ist, wie es ist
Die Dinge ändern sich ständig. Mal ist es so, dann wieder so. Nichts bleibt, wie es ist. Das wissen Sie - das weiß ich. Doch manchmal muss ich mich wieder daran erinnern.
Es gibt Zeiten, in denen alles gut läuft. In der Firma, im Privatleben, mit der Familie. Und dann gibt es wieder Phasen, wo irgendwie alles aus dem Ruder läuft. Wirklich alles?
Es kommen garantiert wieder Zeiten, in denen Sie alle Ihre Ziele erreichen (mit dem richtigen Plan)
Wenn wirklich alles schief geht und Probleme an allen Fronten auftauchen, dann wissen Sie: Es kommt auch wieder anders. Nicht, dass Sie resignieren. Nein, darum geht es nicht. Manchmal ist es hilfreich, sich vor Augen zu führen, dass das Leben eben doch wie eine Sinus-Kurve verläuft.
Strategie Nr. 3: Denken Sie jetzt in ganz winzigen Babyschritten
Sie haben schon oft gelesen, dass Sie Ihre Ziele in Teilschritte unterteilen sollen. Das ist wichtig, damit Sie Ihren Traum irgendwann in die Realität umsetzen können. So weit so gut und absolut richtig. Doch hat Ihnen das jemals wirklich weitergeholfen?
Der Grund für Teilziele liegt natürlich darin, dass Sie damit einen Plan für Ihr großes Ziel haben und ihn so Schritt-für-Schritt ausführen können. Das Navigationssystem für Ihre Zielerreichung sozusagen.
Das Geheimnis von ganz kleinen Schritten liegt darin, dass Sie Ihrem Unterbewusstsein signalisieren: “Easy, geht ganz einfach, das kann ich”. Und damit ist die 1. große Hürde für Sie genommen: Es sind die Selbstzweifel, ob Sie etwas - also Ihre Teilziele - überhaupt schaffen können.
Ein Beispiel: Ich war im letzten Winter längere Zeit krank. Nichts Schlimmes. Eine hartnäckige Erkältung. Also habe ich mich geschont und nicht wie üblich mein Laufpensum absolviert. Obwohl ich schon lange laufe, kennt jeder Jogger das Problem: wenn man nach ein paar Wochen wieder anfängt ist die Kondition schlechter, die Puste weg und der innere Widerstand wieder da.
Also habe ich mir vorgenommen, dass ich erst einmal spazieren gehe. Ich habe meine Einkäufe zu Fuß erledigt und musste mindestens 2 mal in der Woche gehen. Nach 2 Wochen war der Horror in meinem Kopf vor dem ersten Lauf viel kleiner und ich gestattete mir einen kurzen Lauf von 10 Minuten. Lächerlich klein für mein normales Pensum von 1 ganzen Stunde.
Machen Sie Ihre kleinen Schritte genauso klein, dass Sie Ihnen keine Angst mehr einflössen und Sie werden Ihr Ziel wieder erreichen.
Es kommen immer wieder Zeiten, in denen Sie Ihre Ziele leicht und spielerisch erreichen. Dann scheinen Ihre Ziele so weit entfernt, wie die Sterne am Himmel. Gönnen Sie sich eine Auszeit von Druck und Verbissenheit. Sehen Sie die Wechsel mit Humor und gönnen Sie sich die Zeit, die Sie persönlich benötigen. Die Hauptsache ist doch, dass Sie überhaupt Ziele haben, für die es sich zu kämpfen lohnt…
Kommentare und Meinungen zum Beitrag
Kommentar schreiben