Erinnern Sie sich, als Sie noch ein Kind waren und Ihr Zimmer aufräumen sollten? Falls Sie so waren wie ich, haben Sie es viel mehr gemocht, mit dem Fahrrad herumzuflitzen und sich die Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen. Stellen Sie sich für einen Moment vor, Ihre To-Do-Liste wäre Ihnen genauso schnuppe, wie die Aufforderung Ihrer Mutter endlich aufzuräumen. Wie klingt das für Sie? Herrlich!
Jeder weiß - das geht nicht und Sie sind viel zu pflichtbewusst, um das zu tun.
Doch Sie schieben manche Aufgaben und Ziele von rechts nach links und wundern sich selbst darüber.
Irgend etwas scheint buchstäblich zu verhindern, dass Sie sich endlich daran machen
Und dann macht sich auch noch das schlechte Gewissen bemerkbar, Angst, Verärgerung und Zweifel. Das macht die ganze Sache noch schwieriger. Was tun in diesem Teufelskreis?
Fast immer haben unsere Verhaltensweisen einen triftigen Grund, der uns hindert, unsere Vorsätze umzusetzen.
Wenn wir diesen Grund kennen, verstehen und neue Strategien finden, wird das alte Problem gelöst.
Lassen Sie mich ein Beispiel nennen:
In jedem Frühjahr prangen auf sämtlichen Frauenzeitschriften Diäten mit den schönsten Versprechungen. “10 Pfund in 5 Tagen abnehmen”, “Ohne zu hungern zu Ihrem Ziel-Gewicht“. Die meisten Essenspläne sind versehen mit wunderbaren Tipps wie zum Beispiel: Verzichten Sie auf Zucker, Weißmehl und jegliches Fett - Nulldiät? Das Geheimnis beim Abnehmen - nehmen Sie weniger Kalorien zu sich, als Sie verbrennen - das ist ja ganz neu.
Die wunderbaren Tipps scheinen allen Menschen zu helfen - außer Ihnen.
Glauben Sie mir, das stimmt nicht. Viele dieser Hinweise sind sinnlos, weil Sie am eigentlichen Problem vorbeigehen. Ihnen fehlt nicht das Wissen, das Problem zu lösen, weil Sie bereits genügend Kenntnisse haben. Ihnen fehlt das Wissen, welches Bedürfnis dieser Angewohnheit zugrunde liegt.
Erinnern Sie sich noch an meine Freundin Marianne?
Sie aß Schokolade, weil sie dadurch Beruhigung finden konnte in ihrem stressigen Alltag. Eine Diät wirkt vielleicht für kurze Zeit, doch der Jo-Jo Effekt macht das erreichte Ziele wieder zunichte.
Mein erster Tipp:
Finden Sie heraus, welches Bedürfnis die für Sie störende Angewohnheit erfüllt. Manchmal klappt das, wenn Sie zu dem Thema etwas aufschreiben, oder sich still in eine gemütliche Coach setzen und nachdenken.
Haben Sie Geduld mit sich, es kann ein wenig dauern, bis Sie die Lösung finden. Entspannung, Zeit und Muße für Sie selbst sind ein guter Weg.
Nehmen wir an, Sie finden - ähnlich wie Marianne - heraus, was die Ursache für Ihr Problem ist. Sie wissen nun, dass Sie sich etwas Bestimmtes wünschen und brauchen. Wie geht es nun weiter?
In Mariannes Fall war es nicht ganz einfach. Sie wand sich hin und her und argumentierte mit mir, warum es nicht anders möglich sei, Beruhigung in ihr Leben einzubauen. Ich fragte Sie:
Andrea: Wolltest Du nicht unbedingt abnehmen?
Marianne: Stimmt, ich fühle mich so furchtbar und es wird immer schlimmer.
Andrea: Was könnte Dir die gleiche Entspannung bieten, wie Schokolade?
Marianne: Keine Ahnung, ich habe doch keine Zeit, etwas anderes zu tun.
Andrea: Du willst etwas tun?
Marianne: Ja, schon, etwas für mich.
Andrea: Hast Du eine Idee, was Du tun möchtest?
Marianne: Langes Überlegen - Ich wollte schon immer Walken gehen.
Andrea: O.K. Magst Du das tun?
Marianne: Ja, aber wann?
Wir haben überlegt und einen wunderbaren Plan erstellt, wie sie Zeit einsparen kann. Sie hat Dinge im Haushalt verändert (” die Kinder können auch helfen”), oder gestrichen (”Unterwäsche muss nicht unbedingt gebügelt werden…”). Insgesamt hat Sie einige Stunden pro Woche eingespart und war erstaunt, wie leicht das ging.
Zur Motivation und für den inneren Schweinehund hat sie mit ihren Freundinnen eine Walking Gruppe gegründet.
Gemeinsam gehen sie 3 mal in der Woche jeweils 45 Minuten Walken. In dieser Zeit passt reihum eine der Großmütter auf die Kinder auf. Nach dem ersten Muskelkater sind jetzt schon 6 Monate vergangen und Marianne walkt immer noch. Sie hat 6 Kilogramm Gewicht verloren, ihr Ziel waren damals 5 Kilogramm.
Das Tolle ist, dass Marianne sich viel wohler fühlt als früher. Es ging darum, etwas für sich zu tun und zufrieden zu sein und nicht nur um mangelnde Disziplin. Sie fühlt sich ausgeglichen und wenn die Kinder mal streiten, isst sie keine Schokolade mehr.
Mein zweiter Tipp:
Finden Sie heraus, wie Sie Ihr Bedürfnis besser stillen können.
Es kann sein, dass Sie am Anfang viele Gründe dafür finden, warum “das nicht geht”. Die Routine unserer Tagesabläufe und unsere Gewohnheiten hindern uns manchmal daran die Lösungen zu sehen, mit denen wir unsere Vorsätze umsetzen können.
Mit Phantasie und der Hilfe von Freunden kommen Ihnen bestimmt viele gute Ideen, wie Sie Ihre Ziele realisieren können.
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